10 wertvolle Tipps für dein Wochenbett
- Jenny Groetzki

- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit
Das Wochenbett ist mehr als „die Zeit nach der Geburt“. Es ist eine sensible Regenerationsphase. Dein Körper erholt sich, dein Hormonhaushalt verändert sich und ihr lernt euer Baby langsam kennen. Das kann wunderschön sein und gleichzeitig ganz schön fordernd. Viele planen die Kliniktasche, den Geburtsplan, den Kinderwagen. Und dann kommt diese erste Zeit zuhause, die so sensibel ist und so prägend, und plötzlich geht es nicht nur ums Baby, sondern auch um dich. Um Regeneration, um Stillstart, um Schlaf, um Emotionen, um Grenzen und um Unterstützung.
Natürlich lässt sich nicht alles planen. Jedes Wochenbett ist anders, jedes Baby bringt seinen eigenen Rhythmus mit und du wirst dich in vielem erst einfinden, wenn ihr mitten drin seid. Aber es gibt Dinge, die du sehr wohl vorbereiten kannst. Kleine Entscheidungen, die später einen riesigen Unterschied machen. Eine Kontaktliste, die dir Sicherheit gibt. Essen, das dich wirklich nährt. Ein Platz am Bett, an dem alles griffbereit ist. Und klare Absprachen, damit du nicht funktionieren musst, wenn dein Körper eigentlich Heilung braucht.
Damit du ganz ruhig und getragen in diese besondere Zeit starten kannst, habe ich dir meine liebsten Tipps zusammengestellt. Praktisch, liebevoll und so gedacht, dass sie dich wirklich entlasten.
1) Mentale Vorbereitung auf die ruhige Phase
Mach dir bewusst: Das Wochenbett ist keine Zeit zum Funktionieren, sondern zum Ankommen und Heilen.
Zuhause bleiben ist mehr als erlaubt und oft genau richtig
Unnötige Termine verschieben und Stress reduzieren
So viel wie möglich liegen, um den Beckenboden zu entlasten
Hilfe annehmen und dich verwöhnen lassen
Und ein Satz, den du dir merken darfst: Nicht nur dein Baby wird geboren. Du wirst auch als Mama neu geboren.
2) Die wichtigste Kontaktliste erstellen
Speichere die wichtigsten Kontakte im Handy und lege sie zusätzlich auf Papier neben das Bett. So sind sie auch für deine Partnerin oder deinen Partner schnell greifbar. Mögliche Kontakte:
Hebamme
Gynäkologin oder Gynäkologe
Kinderärztin oder Kinderarzt
Stillberatung
Doula
Mütterpflegerin
Milchpumpen Verleih
Extra Entlastung: Wenn du magst, übernimmt dein Partner oder deine Partnerin in den ersten Tagen die Kommunikation mit der Außenwelt. Du bist bereit, wenn du bereit bist.
3) Food Prep und Wochenbett Verpflegung planen
Dein Körper braucht Energie fürs Heilen. Wenn du stillst, zusätzlich für die Milchbildung. Deshalb lohnt es sich, die Versorgung vorher zu planen, damit niemand lange in der Küche stehen muss.
Praktische Optionen:
Vorkochen und einfrieren
Essen aus dem Umfeld konkret wünschen
Lieferdienste nutzen
schnelle Rezepte und Einkaufslisten vorher speichern
haltbaren Grundvorrat anlegen
Schnell Energie griffbereit:
Nüsse, Datteln, Hafer-Snacks
Brühe, Suppen, proteinreiche Kleinigkeiten
Stillkugeln oder Riegel für den Nachttisch
Buchtipp für Inspiration: Nourished Mama
4) Wochenbett Körbchen vorbereiten
Richte dir ein Körbchen oder einen kleinen Beistellwagen ein, damit du nicht wegen jeder Kleinigkeit aufstehen musst. Du kannst zwei Zonen planen, einmal fürs Bett und einmal fürs Bad.
Am Bett sinnvoll:
Recoverspray oder Pflege für die Heilung
Wasserflasche, Snacks, Ladekabel
Im Bad sinnvoll:
Tipp: Lege dir auch ein kleines Set für unterwegs bereit, falls du kurz zum Arzt musst.
5) Hilfe für Haushalt und Kinderbetreuung organisieren
Du wirst in dieser Zeit weder Kopf noch Kraft haben, alles zu managen. Je mehr du vorher planst, desto leichter wird es später.
Haushaltsthemen delegieren, zum Beispiel Wäsche, Küche, Einkauf
Betreuung für Geschwisterkinder fest einplanen
falls der Partner früh wieder arbeitet, einen Tagesplan mit Unterstützung erstellen
bei wenig Umfeld frühzeitig nach einer Mütterpflegerin suchen
Kleiner Perspektivwechsel: Unterstützung ist kein Luxus. Es ist Wochenbett-Versorgung.
6) Wissen aneignen ohne dich zu überladen
Bücher und Podcasts können sehr stärken. Gleichzeitig kann zu viel Input verunsichern. Setz dir eine klare Grenze, was du konsumieren möchtest.
Unsere Auswahl Idee:
ein Buch über Schwangerschaft und Geburt
ein Buch über Wochenbett und Stillzeit
ein verlässlicher Podcast, der dich beruhigt statt stresst
Buchtipps als Einstieg:
7) Bewusst Grenzen setzen
Ihr dürft euch abmelden. Ihr müsst niemandem beweisen, wie schnell ihr wieder draußen im Leben steht. Konkrete Regeln helfen:
Besuche nur nach Absprache
kurze Besuchsdauer
Hilfe ist willkommen, Erwartungshaltung nicht
Kein Küssen des Babys, wenn ihr das so möchtet
Du entscheidest, wann und wie viel Nähe passt
Wenn andere mühelos wirken, heißt das nicht, dass du es genauso machen musst. Ihr nehmt euch die Zeit, die ihr braucht.
8) Plan B mitdenken, falls es nicht smooth läuft
Das Wochenbett kann wunderschön sein und trotzdem herausfordernd. Mögliche Stolpersteine:
kurze Nächte
Stillstart ist anstrengend
Geburtsverletzungen schmerzen
Baby weint viel
Wenn es so ist, erinnere dich daran: Du bist nicht schwach. Du bist mittendrin. Und es wird Schritt für Schritt leichter. Der nächste Tag wird bestimmt besser. Die nächste Woche auch.
9) Sanfte Nachbeleuchtung einplanen
Ein kleines Nachtlicht ist ein echter Gamechanger, weil du nachts häufig stillst oder wickelst. Worauf du achten kannst:
warmes, gedimmtes Licht
tragbar, ideal ohne Kabel
angenehm für Baby und Eltern
So bleibt ihr nachts ruhiger und seid weniger schnell hellwach. Dieses Still-Licht von Reer finde ich super. Unbedingt auch schon in die Kliniktasche einpacken.
10) Lass dir helfen und frage gezielt danach
Hilfe annehmen ist Stärke. Und Hilfe konkret zu erfragen macht es anderen leichter, wirklich unterstützend zu sein. Beispiele für konkrete Bitten:
Kannst du uns heute eine Suppe vorbeibringen?
Kannst du die Drogerie Sachen besorgen?
Kannst du eine Runde mit dem Hund gehen?
Kannst du die Große vom Kindergarten abholen?
Kannst du für eine Stunde bei uns sitzen, damit ich duschen kann?
Du musst das nicht alleine tragen und du wirst erstaunt sein, wie gerne die Menschen um dich herum helfen werden.









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