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Datteln zur Geburtsvorbereitung: Was können sie wirklich?

Viele Frauen wünschen sich eine Geburt, die möglichst selbstbestimmt, ruhig und kraftvoll beginnen darf. Je näher der errechnete Termin rückt, desto präsenter wird die Frage: Kann ich meinen Körper sanft dabei unterstützen, sich auf die Geburt vorzubereiten?


Ein Lebensmittel taucht dabei immer wieder auf – Datteln. Was zunächst wie ein Trend klang, hat in den letzten Jahren zunehmend wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Mehrere Studien konnten zeigen, dass der regelmäßige Konsum von Datteln in den letzten Schwangerschaftswochen messbare Auswirkungen auf die Reifung des Gebärmutterhalses und den Verlauf der Geburt haben kann. Doch welche Mechanismen stehen dahinter – und für wen ist der Dattelkonsum wirklich sinnvoll? Wir klären auf, liefern dir aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigen dir leckere Rezepte, wie du Datteln zu dir nehmen kannst.


Warum Datteln überhaupt eine Rolle spielen?

Datteln sind mehr als ein süßer Snack. Sie enthalten eine Kombination aus natürlichen Zuckerarten, Ballaststoffen, Kalium, Magnesium, Polyphenolen und, für die Geburtsvorbereitung zentral, pflanzlichen Verbindungen, die Prostaglandinen ähneln.Prostaglandine sind hormonähnliche Substanzen, die der Körper nutzt, um den Gebärmutterhals zu erweichen und auf die Geburt vorzubereiten. Genau hier setzen Datteln an: Die in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe scheinen die Zervixreifung zu unterstützen. Zusätzlich liefern Datteln leicht verfügbare Energie für die Gebärmuttermuskulatur. Ein Vorteil für den Geburtsbeginn und die aktive Geburtsphase.


Was Datteln im Körper bewirken:


1. Unterstützung der Zervixreifung: Ein höherer Bishop-Score, also eine bessere Reife des Gebärmutterhalses, ist einer der wichtigsten Faktoren dafür, ob eine Geburt spontan beginnt oder wie wahrscheinlich medizinische Einleitungen notwendig werden.Studien zeigen, dass Frauen, die ab der 36. Schwangerschaftswoche regelmäßig Datteln essen, bei Geburtsbeginn im Durchschnitt einen signifikant höheren Bishop-Score erreichen.


2. Energie für die Gebärmuttermuskulatur: Datteln liefern schnell verfügbare Energie. Die Gebärmutter ist ein Muskel, der unter der Geburt enorme Arbeit leistet. Die Kombination aus Glukose und Mineralstoffen wie Kalium unterstützt eine effiziente Muskelkontraktion.


3. Einfluss auf Oxytocin-Rezeptoren: In ersten experimentellen Studien gibt es Hinweise darauf, dass Inhaltsstoffe der Dattel die Empfindlichkeit der Oxytocin-Rezeptoren erhöhen könnten. Das könnte erklären, warum Frauen in den Studien häufiger spontan in die Geburt starteten.


4. Darmmotilität & Komfort: Viele Schwangere leiden in den letzten Wochen unter träglicher Verdauung. Ballaststoffe aus Datteln fördern eine regelmäßige Darmtätigkeit, was wiederum Bauchdruck reduzieren und das Wohlbefinden steigern kann – ein Faktor, der bei der Geburtsvorbereitung nicht unterschätzt werden sollte.


Was sagen aktuelle Studien wirklich?

Die Forschungslage ist überraschend konsistent, auch wenn viele Studien relativ klein sind. Die wichtigsten Erkenntnisse stammen aus prospektiven Studien, randomisierten kontrollierten Studien und einer Meta-Analyse aus dem Jahr 2020.


  • Höherer Bishop-Score bei Aufnahme in die Geburtsklinik

  • Mehr spontane Wehen

  • Weniger Bedarf an Prostaglandin-Gel zur Einleitung

  • Kürzere erste Geburtsphase

  • Weniger operative Eingriffe (Zange, Vakuum)

  • Tendenziell weniger Kaiserschnitte

  • Mehr vaginale Geburten nach Einleitungen


Wie viel wurde in Studien untersucht?

Die meisten Studien arbeiteten mit einem ähnlichen Protokoll:


  • 6–7 Datteln pro Tag 70–75 g

  • ab 36.+0 bis 37.+0 SSW bis zur Geburt


Das entspricht: 6 kleinen Deglet Noor oder 3 großen Medjool-Datteln. Am besten verteilt über den Tag – auch aus Gründen der Blutzuckerstabilität. Doch sind Datteln die richtige Wahl für jede Frau? Datteln sind grundsätzlich sicher, aber nicht für jede Frau ideal. Datteln können ungünstig sein, wenn …


  • du zu sehr schnellen Geburten neigst

  • du Schwierigkeiten mit hohen natürlichen Zuckerwerten hast

  • du Gestationsdiabetes hast → möglich, aber nur mit Blutzuckerkontrolle

  • du sie schlicht nicht verträgst


Wie immer gilt: Schwangere profitieren am meisten, wenn sie ihr Körpergefühl ernst nehmen. Wenn dir etwas nicht guttut oder der Körper mit Aversionen reagiert, ist das ein wichtiges Signal.


So könntest du Datteln im Alltag einbauen:

  • pur (zu einer Mahlzeit, nicht alleine)

  • gefüllte Datteln (Rezept siehe unten)

  • Energy Balls mit Nüssen

  • im Porridge oder Müsli

  • in Smoothies

  • gehackt in herzhaften Gerichten (z. B. Linsen, Couscous, Currys)


Datteln sind kein „Geburtsturbo“ und ersetzen keine medizinische Begleitung, aber sie sind ein gut erforschtes Beispiel dafür, wie Ernährung sanft und wirkungsvoll in die Geburtsvorbereitung eingreifen kann. Die aktuelle Studienlage spricht eindeutig dafür, dass Datteln die Zervixreifung unterstützen, spontane Wehen begünstigen und den Geburtsverlauf erleichtern können. Und gleichzeitig gilt: Kein Ernährungstipp passt zu jeder Frau. Höre auf deinen Körper – und nutze Datteln, wenn sie dir guttun.



Diese Dattel-Rezepte lieben wir - vor und nach der Geburt:


Gefüllte Datteln

  • 8-10 Medjool Datteln

  • Nussmus (Mandel, Pistazien oder Erdnuss) mit einem Stück dunkler Schokolade oder einer ganzen Nuss

  • Käse am Stück und frischer Himbeere

  • Butter und Salz


Zubereitung: Die wohl einfachsten und leckerste Art, Datteln zu pimpen. Datteln längs aufschneiden und entkernen und beliebig füllen, in einer Box im Kühlschrank aufbewahren und zwischendurch zugreifen. Enjoy.


Raffaelo Energy Balls (für 12 Kugeln)

  • 1 Tasse Cashews

  • 1 Tasse Mandeln

  • 1 Tasse Kokosflocken (geschreddert) + extra zum Rollen

  • 1 Tasse Medjool Datteln (bei Bedarf 5 Minuten in heißem Wasser eingeweicht)

  • 1/2 Tasse Mandelmus

  • 1/2 Tasse weiches Kokosöl

  • 1 TL frisch gemahlener Kardamom


Zubereitung: Mandeln und Datteln in einem Mixer zerkleinern und nach und nach alle Zutaten hinzugeben, bis eine homogene weiche, klebrige Masse entstanden ist. Aus der Masse Bällchen formen und in den Kokosflocken wälzen. Falls der Teig zu weich ist, vor dem Kugeln formen einfach 10 Minuten in den Kühlschrank stellen.


Lavendel-Blaubeer Balls (für 12 Kugeln)

  • 8 Medjoul Datteln (ca. 150 g)

  • 130 g Mandeln oder Mandelmus

  • 60 g Kokosraspeln + extra zum Rollen

  • 3-4 EL Blaubeer- oder Erdbeerpulver (alternativ gefriergetrocknetes Obst, zerkleinert)

  • 2 EL Kokosöl

  • 2 Tropfen Lavendelöl

  • 1-2 EL Kollagenpulver


Zubereitung: Alles in einen Food Proecessor geben und zu einer klebrigen Masse verarbeiten. In Kugeln formen und in Kokosraspeln, alternativ in Beerenpulver rollen

 

 

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